Hollywood Hagen mit Sebastian Lang Lessing

Shownotes

Rampenschnack – Folge 10 | Hollywood Hagen mit Generalmusikdirektor Sebastian Lang-Lessing

Große Filmmusik, spannende Einblicke und jede Menge Hollywood-Feeling: In der neuen Folge von Rampenschnack ist Generalmusikdirektor Sebastian Lang-Lessing zu Gast und spricht über das Konzert "Hollywood Hagen – Symphonische Blockbuster".

Gemeinsam werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Konzertprogramms und sprechen darüber, warum Filmmusik längst ihren festen Platz im Konzertsaal gefunden hat. Von den legendären Klängen aus "Star Wars" und "Mary Poppins" bis zu modernen Meisterwerken wie "Harry Potter", "Frozen" oder "La La Land" – Sebastian Lang-Lessing erzählt, was diese Musik so besonders macht und weshalb sie das Publikum seit Generationen begeistert.

Außerdem gibt er spannende Einblicke in die Arbeit mit dem Philharmonischen Orchester Hagen und verrät, worauf sich das Publikum bei diesem besonderen Konzertabend freuen darf. Ein Gespräch über große Emotionen, ikonische Melodien und die Magie der Filmmusik – für Filmfans, Musikliebhaber*innen und alle, die echten Hollywood-Sound einmal live erleben möchten.

Transkript anzeigen

00:00:04: Achtung, das ist das dritte Zeichen für den Podcast Rampenschnack.

00:00:09: Bitte alle Beteiligten zur Bühne!

00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zu Rampenschnack dem Podcast des Theaterhagens und heute ein Special-Gest.

00:00:19: Eine

00:00:20: Rampen-Sau?

00:00:21: Genau.

00:00:22: Nein, das hast du gesagt.

00:00:24: Die erste Frage die ich meinen Gästen immer stelle ist wer bist Du?

00:00:29: Ich bin ... Das ist eine schwierige Frage, wenn man sich philosophisch wirklich beantworten will.

00:00:34: Aber mein Name ist Sebastian Langlesing und ich bin der Generalmusikdirektor des Theaters Hagen unter Stadt Hagen.

00:00:41: Und wenn jetzt unsere Hörerinnen und Hörern wissen drei Sachen wissen müssten die ganz elementar für dich sind was sind das für drei Sachen?

00:00:54: Kosmopolit weil ich bin eigentlich auf der ganzen Welt zu Hause Aber ich bin auch aus dem Pot.

00:01:01: Ich bin in Gelsenkirchen geboren.

00:01:05: und das Dritte, ja... ...ich liebe Menschen!

00:01:13: Ich liebe es mit Menschen zusammenzuarbeiten.

00:01:15: Deswegen kommt für mich auch nur ein Beruf in Frage der sehr kommunikativ arbeitet.

00:01:21: Und was beschäftigt dich heute?

00:01:24: Du hast bestimmt schon irgendwas gearbeitet oder irgendwas gelesen oder so.

00:01:28: Was würdest du sagen, was beschäftigte ich heute?

00:01:30: Was mich heute sehr glücklich gemacht hat Zum Beispiel, dass wir einen neuen Personisten eingestellt haben fürs Orchester Hang und wir alle total begeistert sind.

00:01:38: Und ganz einstimmig uns dafür entschieden haben war.

00:01:41: sowas finde ich immer sehr toll wenn man kann ja sehr viele Meinungen haben Wenn es gerade wenn's um Musiker geht oder Spielweise und wenn so ein ganzes Orchester wirklich einstimme sich auf sowas einigen kann.

00:01:54: das gibt mir doch das Gefühl dass wir zusammen an einem Strang ziehen künstlerisch.

00:02:02: Dann natürlich liegt mein ganzes Denken auf der Generalprobe für heute Abend, für unsere Salome Produktion.

00:02:10: Und wie können wir uns das denn vorstellen wenn du sagst dass ganze Orchester entscheidet?

00:02:14: Das erstens mal für alle Hörerinnen und Hörern die was ich nicht glaube dass es die gibt noch nie bei einem Orkester einem Konzert von unserem Orchester waren.

00:02:24: aber wie viel Musikerin Musiker haben wir überhaupt hier?

00:02:27: Wir haben knapp unter sechzig voll Stellen Fünfzig Prozent stellen.

00:02:33: Also unser Pool an Musikern ist etwas größer, der ist zwischen siebzig und achtzig Leuten aus dem Pool, aus dem wir schöpfen.

00:02:43: Und dann kommen ja natürlich noch die ganzen Substitute dazu, die auch regelmäßig mit uns spielen.

00:02:48: Das ist schon ein relativ großer Pool an Musikern, die das philharmonische Orchester als ihre künstlerische Heimat sehen

00:02:56: Cool.

00:02:57: Und dann entscheiden die alle zusammen, ob sie den Hornist-Bosau-Nist die Klarinette haben wollen?

00:03:04: Ich glaube es gibt in gar keinen Berufsfeld ein demokratischeres System als im Orchester.

00:03:12: Es gibt auch in anderen künstlerischen Bereichen z. B., weder im Chor noch im Ballett ...

00:03:18: Eben Gesangsonsemble ist ja nicht so, dass die anderen Sängerin mitentscheiden dürfen.

00:03:22: Überhaupt nicht!

00:03:23: Aber im Orkester ist das sehr, sehr stark.

00:03:25: Ich habe da ein Veto-Recht ... Aber das ist ja nur negativ!

00:03:30: Also durchdrücken kann ich zum Beispiel niemanden.

00:03:32: Ein Veto Recht, wenn nicht wirklich absolut dagegen sein sollte... aber das macht man in der Regel auch nicht.

00:03:40: Es ist schon ein sehr demokratisches System und es ist auch sehr gesund weil es natürlich auch wirklich wichtig ist dass die Leute zueinander passen.

00:03:49: In so einem Orchester sitzt man ja eng auf Eng und wenn man in den Orchestergraben von Salome heute Abend, da muss man auch mit Tuchfüllung arbeiten können also Schulter an Schulter.

00:04:00: Man

00:04:00: muss das geließen können wahrscheinlich!

00:04:02: Ja,

00:04:02: Schulter An Schulter

00:04:04: Du bist, um noch ein bisschen bei dem wer bist du zu bleiben ja aus Gelsenkirchen nicht sofort nach Hagen gekommen sondern du hast sagen wir mal einen Umweg um den Globus genommen.

00:04:15: Ich bin so schnell aus dem Pott weg wie ich konnte.

00:04:18: mit achtzehn habe ich gesagt weg hier.

00:04:20: ich hab meine Eltern dafür gehasst dass sie von Bonn nach Gelsenkirchen gezogen sind.

00:04:26: Meine Schwester sind alle in Bonnen geboren und ich dachte Mensch aber irgendwie habe Gelsenkirchen sehr genossen, vor allem auch am Musiktheater.

00:04:34: Am Revier habe ich wirklich der Arter vom Allerfeinsten erleben können.

00:04:40: muss man ehrlich sein.

00:04:41: es war eine glorreiche Zeit damals

00:04:43: und Wann wusstest du dass Du Musiker oder Dirigent werden willst?

00:04:48: Mit elf Jahren!

00:04:50: Und wie kam das?

00:04:51: also Ich hab natürlich Ich komme aus einem musikalischen Haushalt, zwar Ärztehaushalt.

00:04:55: Aber alle machte Musik.

00:04:57: Mein Vater spielt da auch selber Klavier und meine Mutter.

00:05:00: Alle bei uns machten Musik.

00:05:02: Das gehörte einfach zum guten Thron.

00:05:04: Für mich war das dann auch durch das Theater eine wichtige Entscheidung, die mein Vater am Anfang nicht so gut gefallen hat.

00:05:15: Eine Brotlose Kunst halt eben... Aber so, als ich dann meine ersten Wettbewerbe gewonnen habe – auch als Dirigent übrigens in Hamburg fallen.

00:05:23: Da hab' ich meinen allerersten Wett-Bewerb gewonnen.

00:05:25: Sehr gut!

00:05:25: Ich fand da weiße der damals noch mit dem Recklinghauseorchester stattfand.

00:05:32: Da begriffen das schon ziegerecht ist und zu was führen könnte.

00:05:38: Und ich hatte auch alt sehr gute Ausbildungen Schon früh bei Detlef Kraus an der Volkwagen Hochschule als Jungstudent mit ihm schon zu arbeiten.

00:05:47: Das war sehr wichtig, aber ich wollte immer Dirigent werden nicht Pianisten.

00:05:52: und dann bist du was war deine erste große Station wo du danach Gelsenkirchen hin bist?

00:05:56: Also ich bin in Lübeck und in Hamburg studiert und nach dem Ich hab den Wettbewerb in Berlin gewonnen, hab den Pferdens-Witzpreis bekommen.

00:06:08: Bin an die Staatsoperin Hamburg, ich bin in Hamburg geblieben und wollte dann Assistenz von Gerhard Albrecht an der Staatsoper gearbeitet, uber mich nach der Wende auf in den Osten gemacht und bin erster Kapelmeister in Rostock geworden.

00:06:20: Das war direkt am Meer!

00:06:24: Aber das war schon wirklich ... Da waren die blühenden Landschaften noch Theorie.

00:06:31: Und im Telefon hatte man halt eben auch nicht und Kohleheizung, alles sowas was dazugehört.

00:06:39: das war noch Aufbruchstimmung Und dann halt eben Berlin.

00:06:44: Dann kam die deutsche Oper Berlin, der ruf nach von Götz Friedrich an die Deutsche Oper.

00:06:48: Du warst aber auch im Ausland und das Konzert über das wir heute sprechen wollen heißt ja Hollywood Hagen.

00:06:54: Warst du denn in Hollywood?

00:06:55: Natürlich war ich in Hollywood!

00:06:56: Was hast du dort gemacht?

00:06:59: Ich habe in Los Angeles, an der Los Angeles Opera, die lustige Witwe dirigiert, eine sehr schöne Produktion mit der Lustigen Witwe.

00:07:10: Übrigens auf Englisch.

00:07:13: Mit Susan Graham, der großen amerikanischen Diva im Großmezzo-Sopran.

00:07:20: Ja, auf Englig!

00:07:22: Und das funktionierte dann auch, obwohl du das Deutsche im Ohr hattest.

00:07:25: oder war das eine große Umgewöhnung?

00:07:26: Es klingt ein bisschen mehr nach Broadway.

00:07:28: Ah

00:07:28: ja?!

00:07:30: In dem Moment, in dem es englisch gesungen wird, klingt es nicht mehr so nach österreichischer Operette sondern schon mehr nach Broadway...

00:07:36: Ja, es hat keinen Schmäh mehr

00:07:38: Es hat einen anderen Schmäh.

00:07:43: Passt aber auch zu Susan, muss ich sagen.

00:07:44: Das war eine tolle Produktion und da hab' ich in West Hollywood gewohnt.

00:07:48: Ah ja okay!

00:07:50: Du kennst dich aus?

00:07:51: Und für unsere Gäste was können die denn erwarten bei diesem Konzert Hollywood Hagen außer einer schönen Alliteration?

00:07:58: Best of Hollywood.

00:08:02: Wir spielen die ganzen großen Filmmusik-Tracks, die man sich vorstellen kann von natürlich... von John Williams.

00:08:09: Sehr dominant, natürlich mit Star Wars und Jurassic Park und Harry Potter und Indiana Jones aber auch ein bisschen Lalaland und einiges von Zimmer.

00:08:23: Und natürlich was nicht fehlen darf am vierten Juli findet ja dieses Konzert Start Independence Day.

00:08:29: sehr

00:08:30: gut!

00:08:31: Wie ist es denn wenn du dich auf sowas vorbereitest?

00:08:35: Studiere

00:08:36: ich Tag und Nacht.

00:08:38: Ist das schwierige Musik?

00:08:39: Nein!

00:08:39: Wir hören diese Musik im Film, oft nehmen Leute Filmmusik eher unterbewusst wahr ... Aber dann kommen wir ins Konzert.

00:08:47: Das ist ja schon oft auch pompös.

00:08:49: Kannst du uns mitnehmen, wie sind die Musiken aufgebaut?

00:08:53: oder was gibt's da Besonderes Spannendes dran?

00:08:55: Na ja, gute Filmusik, wie die von John Williams, ist einfach erst mal genial orchestriert.

00:09:03: Und gute Filmmausik verkörpert sofort den Charakter, den der Film oder das Gefühl ist vor allem das Gefühl was der Film ausdrücken will.

00:09:15: Oft wie du schon richtig gesagt hast ein gewissen Pathos aber auch wie in manchen anderen Filmen so eine gewisse Mysteriousness oder diese Leichtigkeit wie bei Lala Land einer der größten Film Musikkomponisten oder der Pionier der Filmmusik war ja ein Österreicher.

00:09:36: Erich Wolfgang Korngold, der eigentlich ... War das nicht seine Bestimmung?

00:09:42: Aber als Jude emigrierte er nach in die USA und hat dort mit Arrow Flynn sehr viele Filme gemacht.

00:09:52: Und Seahawk zum Beispiel ist eine grandiose Filmmusik.

00:09:57: Eigentlich haben alle von ihm gelernt.

00:09:59: Es war ein grandioser Opernkomponist.

00:10:02: Ein totales ... Genie, ein Child Prodigy eigentlich.

00:10:08: Und er hat sich von dieser Filmmusik-Schiene eigentlich nie richtig erholt.

00:10:12: Ja also wieder in die ernste Musik zu kommen war für ihn schwierig.

00:10:15: das einzige Werk was wirklich überlebt hat und dann auch Stilbild nach seiner ganzen Operntote Stadt kennt man ja auch vielleicht.

00:10:24: Nach einer ganzen Opern Karriere die er noch in Österreich stattgefunden hat an eben Das Violinkonzert, was er für Jascha Heifetz geschrieben hat.

00:10:32: Was im Standardrepertor heute ist.

00:10:34: Aber die Filmusik wurde dort geboren und alle haben von ihm gelernt in Prinzip.

00:10:40: Er hat den Standardgesetz mit ganz wenigen Takten sofort reingezogen werden in das Geschehen.

00:10:52: Und das schafft John Williams natürlich grandios!

00:10:55: Und würdest du sagen, es gibt bestimmte Instrumente die sich für Filmmusik anbieten oder ist das wie bei klassischen ernsten Musiken?

00:11:05: wirklich kommt das auf den Komponisten an?

00:11:09: Nein.

00:11:09: Das Instrumentarium was natürlich John Williams sehr lebt Blech.

00:11:18: Also die sind schon sehr brasslastig, diese vor allem also Hornposaune und Trompeten.

00:11:26: Ohne die kann man einfach auch kein Star Wars betreiben.

00:11:30: das ist so wie wenn man mit also auf dem Fahrrad ins Weltall schrampeln wollte.

00:11:38: Wie IT

00:11:39: wollte mit dem Fahrrat in das Weltall?

00:11:40: Ja,

00:11:41: IT ... Ach ja, das könnt ihr eigentlich auch vorkommen.

00:11:44: Übrigens, auch tolle Musik!

00:11:46: Und es ist aber so, dass es wirklich ein rein orchestrales Konzert ist.

00:11:49: Es gibt keine Gesangs-Songs...

00:11:51: Wir haben uns gegen Sänger entschieden.

00:11:55: Nicht weil sie stören, Das meiste Anfüllmusik funktioniert ohne Gesang.

00:12:08: Und das ist auch das Entscheidende, weil die Musik es abstrakt ... In dem Moment in dem gesungen wird, entsteht ja durch den Text ein Bezug.

00:12:16: Aber wir stellen jetzt zum Beispiel auch unseren neuen Konzertmeister vor, Dumitropo Cittari und der wird schon das List spielen

00:12:23: z.B.,

00:12:25: also ihr wollen die Instrumente zum Singen bringen?

00:12:28: Wir wollen die Instrumente in den Vordergrund stellen.

00:12:31: Und es geht auch wirklich darum, das Philharmonische Orchester Hagen hier wirklich ins Geschehen zu rocken.

00:12:39: Mittlerweile ist ja Filmmusik in Deutschland auch auf den Konzertbühnen angekommen und hat so ein bisschen eine Selig-Sprechung oder eine Heiligsprechung durch die Berliner Philharminiker erfahren, die dann plötzlich auch eben unter John Williams so einen Best of John Williams gespielt haben ist eine eigene Kunstrichtung geworden.

00:13:03: Die Filmmusik ist ja für die amerikanische Musikgeschichte schon ein ganz entscheidendes Identifikationthema, wie der Jazz.

00:13:15: Die Filmmusik eigentlich aus der amerikanischen Musikgeschicht nicht wegzudenken und das eine beeinflusst auch das andere.

00:13:23: übrigens die Konzertmusik von John Williams ist total anders Viel avantgardistischer und überhaupt nicht so supergefällig erst mal.

00:13:36: Der kann auch anders.

00:13:37: Ich glaube, es ist schon interessant, dass du ja einerseits dieses Kunstwerk den Film hast ... Du komponierst zu etwas, was eigentlich schriftlich begonnen hat?

00:13:50: Und dann noch mal, aber bist du als Komponist dafür verantwortlich dass die Leute wirklich auch das fühlen was sie fühlen sollen.

00:13:57: Weil das Bild an sich ist ja so ein bisschen frei von Gefühlen.

00:14:02: manchmal auch also ich habe das schon häufiger auch in Workshops gemacht dass ich eine Szene mit ganz viel unterschiedlicher Musik unterlege und dann meine Workshop Teilnehmerinnen sagen lasse Um was geht es in dieser Szene?

00:14:16: Wenn Sie den Text nicht hören, ist das so krass, dass die Musik für eine andere Stimmung macht.

00:14:21: Die Musik kann auch konterkarieren wie das ein großer Oper ist.

00:14:26: Dass der Orchester eine ganz andere Geschichte erzählt als der Text oder die Sängern singen.

00:14:32: Die großen Filmmusik-Komponisten haben ja ... ihre Regisseure beeinflusst.

00:14:38: Also es ist ja nicht so, dass dann Spielberg sagt, lass mal auf ich brauche dazu Musik das muss so und so lang sein und das muss man so manchmal glaube ich.

00:14:48: offen gestanden entstanden auch die Bilder durch die musik um.

00:14:53: bei bei korn gold war das ganz klar so der man hat da musik geschrieben und da musste dann das bildmaterial dazu auch her.

00:15:03: also da war denn er war sehr prominent in der szene Und ich glaube, bei den ganz Großen ist das eben auch so.

00:15:09: Mit Zimmer hat sich ja jetzt mittlerweile oft auf dem Stand die meisten Oscars gehen.

00:15:16: Ja eigentlich, ich glaube für den Oscarpreisträgern sind die großen Filmmusik-Komponisten mega abpräumen.

00:15:25: Wir sind jetzt schon gleich am Ende von diesem Podcast abgesehen davon dass du dieses tolle Konzert vorbereitest.

00:15:32: Du bist ja jetzt seit einer Spielzeit in Hagen.

00:15:34: Stimmt das?

00:15:34: Ja eine Spielzeit Und die nächste Spielzeit steht vor der Tür.

00:15:39: Aber wenn du persönlich als Dirigent sagen würdest, wo es dich noch hinzieht?

00:15:44: Was ist dein Ziel ... Auf Englisch sagt man what do you aspire to?

00:15:48: Wo hast du noch so große Wünsche oder Träume oder Ziele?

00:15:53: Hier in Hagen!

00:15:54: Ja für Dich.

00:15:55: Genau.

00:15:56: Die Träime, woanders Träum sind ja jetzt nicht so wichtig.

00:16:00: Die Dräume, die ich hier für Hagen habe Ja, die sind noch mannigfach.

00:16:07: Repertoirmäßig – also ich glaube wir haben schon einiges mit Söhren zusammen auch überlegt wo wir hingehen in den nächsten Jahren, wo die Reise hingehen.

00:16:16: da sind wir uns sehr einig und im Konzertrepertoire geht es mir jetzt erst doch mal darum so die Klangidee des Orchesteres zu formen und dem das Orchester auf seine Wurzeln zu besinnen gerade im Symphoniekonzert.

00:16:29: deswegen kommt ja auch einer meiner Lieblingskomponisten nächstes Spielzeit, Robert Schumann.

00:16:36: Der ja auch hier im Rheinland gewirkt hat wie wir alle wissen in Düsseldorf.

00:16:42: Da hat er sich auch in den Reihen geschmissen.

00:16:43: Ach Gott!

00:16:45: Da kommen wir noch

00:16:45: später drauf.

00:16:48: Ja stimmt, DüsselDorf aber der kam auch aus dem Osten, das heißt er hat vielleicht auch ähnliche Kohleerfahrungen wie du.

00:16:55: Aus Zwickau kam er.

00:16:57: Ich weiß nicht ob da ... Kohletagebau ihn geprägt hat, glaube ich eher nicht.

00:17:03: Sehen davon hat man Deutschland ja auch damals noch gar nicht so gekannt.

00:17:06: Es war ja noch vor allem deutschen Reich und die DDR gab es übrigens auch noch nicht, liebe Miriam.

00:17:12: Im neunzehn Jahrhundert gab's keine DDR?

00:17:15: Nein!

00:17:16: Der Kommunismus allerdings wurde natürlich schon das kommunistische Manifest.

00:17:25: Also Karl Marx gab es, aber der kommt ja aus Trier.

00:17:29: Also westlicher geht's ja auch nicht in

00:17:30: Deutschland.

00:17:30: Das stimmt an der Porder-Nikra hatte sich das ausgedacht.

00:17:35: Ich habe noch zwei kurze Fragen zum Abschluss.

00:17:38: Bist du eher Team Perfektionismus oder Team Chaos?

00:17:43: Ich glaube dass Chaos und der Perfekcionismus gehören zusammen.

00:17:52: Im Chaos entsteht ja das Geniale, zum Beispiel jetzt wo wir Salome machen.

00:18:02: Die Komposition ist komponiertes Chaos an vielen Stellen die natürlich aber nur dann funktioniert wenn sie perfekt ausgeführt wird.

00:18:10: Das ist in sich kein Widerspruch.

00:18:13: und was fehlt dir in dieser Welt von?

00:18:16: Was glaubst du müsst es mehr geben?

00:18:19: Liebe und Respekt für andere Toleranz, mehr Zuhören.

00:18:26: Mehr Verständnis, weniger schlechte Laune und einfach Leute machen lassen.

00:18:33: Ich glaube das ist das aller ... Leute leben lassen und Leute machenlassen.

00:18:37: davon gibt es ein bisschen zu wenig und das wünsche ich mir mehr.

00:18:42: dass was wir haben für Diskussionen wo ich mich manchmal frage mit welchem Recht entscheide ich darüber Wer heiraten darf und wer nicht heiratten darf.

00:18:58: Wieso sollten zum Beispiel heterosexuelle Leute darüber entscheiden, ob Homosexuelle paar heiraten dürfen?

00:19:05: Das ist ja eigentlich eine absurde Diskussion die wir teilweise führen.

00:19:08: Wir führen Diskussionen über das die Lebensform anderer Menschen Permanent permanent.

00:19:15: das tun wir im Kleinen Und dass tun wir in der Weltpolitik was auch idiotisch ist.

00:19:21: Nicht jede Staatsform ist für jedes Land Die Ideale.

00:19:27: Und ich glaube von Toleranz, und das habe ich gelernt in meiner Zeit der Reisejahre, der Wanderjahe um bei Goethe zu bleiben.

00:19:38: Das hat mich sehr Hamburg gemacht also bescheiden zurückhalten und der Vot in gewisser Weise.

00:19:46: Ich hab in vielen Ländern gearbeitet die wie China zum Beispiel vollkommen anders strukturiert sind und wo vieles doch aber eigentlich erstaunlich gut funktioniert.

00:19:57: Und ich sage mir mal, wenn die Leute glücklich sind und du siehst zufriedene Leute das ist das Allerentscheidende.

00:20:04: Und Leute sind halt eben auf allen möglichen Teilen der Welt glücklich in der Art und Weise wie Sie leben.

00:20:13: dieses Glück wird nicht mit unseren Maßstäben immer so gemessen.

00:20:19: Ich habe halt eben gelernt dass die Toleranz in anderen Ländern das Toleranz Level, denn doch eigentlich ein Stück größer ist als hierzulande.

00:20:32: Ja vielleicht geht das wieder zurück auf deinen Chaos und Perfektionismus.

00:20:36: man muss halt das chaotische perfekt ausführen und wenn man aber das chaotsche nicht toleriert dann ist auch der Perfektsynismus vielleicht ein bisschen ferner.

00:20:45: Ich meine, wir leben ja hier in einem Bürokratiechaos.

00:20:52: Wo man eigentlich ein Schilderwald von ... Da wird durch Reglementierung versucht eine Ordnung herzustellen die aber zu einer enormen Unordnung führt.

00:21:02: Ja Du kannst ja hier aus Hagen wenn du die Stadt verlässt Es ändert sich ja der Geschwindigkeit alle Zweihundert Meter.

00:21:12: Das ist ein Achtsamkeitsparcours.

00:21:15: Es gibt kein Vertrauen in die irrationelle Befindlichkeit der Menschen, dass man den Leuten zutraut mit Eigenverantwortung zu antieren.

00:21:25: Deswegen diese Reglementierung.

00:21:30: Was ist dein Lieblingsort

00:21:34: in Hagen?

00:21:36: Wenn ich hinter meiner Wohnung nach oben laufe und Richtung Dreitürmeweg ... und plötzlich abtauche in eine andere Welt.

00:21:47: Zum Beispiel, wenn man dann so runterkommt auch da nach Selbeket... Man hat das Gefühl, man ist in einer anderen Welt!

00:21:52: Man isst ein bisschen im Allgäu, man sieht schon Heidi und den Geissen Peter näher kommen.

00:22:01: Man kann wirklich abtauchen hier Und ich sage immer Ja Ich kann in jeder Stadt ne scheußliche Ecke finden um mich daran aufgeilen.

00:22:11: Man kann aber auch in jeder Stadt eine schöne Ecke finden und sich da wohlfühlen.

00:22:17: Ich muss ja nicht ins schreuzlichste Café in Hagen gehen, ich kann ja dahin gehen wo es schön ist.

00:22:24: Und das sollten die Hagen da sich mehr zu Herzen nehmen und dann werden sie merken Mensch!

00:22:31: Ich muss vielmehr Zeit im Theater verbringen.

00:22:34: Danke schön.

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