Rampenschnack, Folge 11: Grande Finale mit Thomas Rufin
Shownotes
Rampenschnack – Folge 11: Grande Finale mit Thomas Rufin
Zum Abschluss der Spielzeit dreht sich in dieser Folge von Rampenschnack alles um das Grande Finale, die große Benefizgala des Theater Hagen.
Gemeinsam mit dem leitenden Dramaturgen Thomas Rufin werfen wir einen Blick auf einen der vielseitigsten Abende der Saison. Was macht das Grande Finale so besonders? Wie entsteht ein Programm, das Musiktheater, Ballett und Konzert miteinander verbindet? Und worauf dürfen sich die Besucher*innen in diesem Jahr besonders freuen?
Neben dem Philharmonischen Orchester Hagen, dem Ballett Hagen und dem Opernensemble stehen auch hochkarätige Gäste auf der Bühne – darunter Tänzer*innen des Aalto Ballett Theater Essen und Tanz Bielefeld, Countertenor Nils Wanderer, die Hagener Sopranistin Ann-Kathrin Niemczyk sowie Moderatorin Ms. Foxy Bless.
Außerdem spricht Thomas Rufin darüber, warum die Benefizgala weit mehr als ein festlicher Saisonabschluss ist: Mit dem Erlös werden erneut die AIDS-Hilfe Hagen e. V. und Luthers Waschsalon unterstützt.
Freut euch auf spannende Einblicke hinter die Kulissen, Geschichten rund um die Entstehung des Programms und jede Menge Vorfreude auf einen außergewöhnlichen Abend, der die Spielzeit 2025/26 gebührend verabschiedet.
Transkript anzeigen
00:00:04: Achtung, Achtungen!
00:00:05: Das ist das dritte Zeichen für den Podcast Rampenschnack.
00:00:09: Bitte alle Beteiligten zur Bühne.
00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zu Rampenschnack unserem Podcast am Theaterhagen Und ich freue mich sehr dass Ich heute mit Thomas Ruffigen hier sitze.
00:00:23: und meine allererste Frage Ich hoffe das weißt du weil Du den podcast auch hörst Ist wer bist du?
00:00:29: Wer bin ich?
00:00:30: Das ist eine philosophische Frage.
00:00:32: Ja Es gibt schon unterschiedliche Herannäherungsversuche auch während dieser Spielzeit.
00:00:37: Ne, also ich mach's mal ganz einfach!
00:00:39: Also hier leitende Dramatur am Haus jetzt gerade am Ende meiner dritten Spielzeit, das hat ziemlich genau drei Jahren hier und übernehme die Produktionsdramaturgie vor allem im Bereich Musiktheater für die Produktionen hier in Großenhaus Opera, Musical, Operette.
00:01:03: Genau!
00:01:05: Und was sind drei Dinge die unsere Zuhörerinnen und Zuhöhrer unbedingt über dich wissen müssen?
00:01:11: Oder die du willst dass sie wissen?
00:01:13: Ich will gar nichts.
00:01:13: Ich will ganz mysteriös bleiben.
00:01:15: Nichts?
00:01:16: Nein ich weiß gar nicht.
00:01:18: Das ist eine sehr gute Frage, schwierig zu beantworten.
00:01:23: Viele Leute fragen mich weil es hier in der Region ein bisschen auffällt meinen Akzent.
00:01:28: Die fragen immer woher kommst Du denn?
00:01:30: Aha
00:01:30: Das dürfen Sie gerne wissen.
00:01:32: Ich komme ursprünglich aus Südtirol.
00:01:34: Aha!
00:01:35: Deswegen klinge ich manchmal ein bisschen südde Deutsch.
00:01:38: Ist das sehr anstrengend für dich, dass wir hier im Vergleich so schlechtes Essen haben?
00:01:43: Ich finde das Essen hier eigentlich ganz in Ordnung.
00:01:47: Okay... Also es gibt ja hier so... das ist zwar eher was Rheinlandisches aber so Himmel und Erdnuss oder sowas, das finde ich super.
00:01:55: Dann gibt's diese ganzen Rouladen und Wickel, das ist schon ganz gut.
00:02:01: Und was ich erst kennengelernt habe als ich hierhergezogen bin, was ich fantastisch finde, Portoca.
00:02:07: Was ist das denn?
00:02:09: Ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll.
00:02:11: Das ist eigentlich so ein Eier-Teig der dann im Ofen gebacken wird und er kann gefüllt werden mit Speck oder auch vegetarisch.
00:02:21: Du
00:02:21: hörst dich noch nie.
00:02:22: Ja,
00:02:22: total lecker!
00:02:24: Ich hab das mal versucht nachzukochen Mittelerfolgreich.
00:02:28: Es ist schwierig, die richtige Konsistenz hinzukriegen aber das finde ich super!
00:02:32: Okay also okay du kommst ursprünglich aus Südtirol und du magst Podhucke?
00:02:36: So heißt es?
00:02:37: Okay Nummer
00:02:37: drei?
00:02:38: Nummer drei... Ich ähm um ein bisschen was berufliches zu sagen bin sehr großer Wagner-Fan.
00:02:48: Mhm, genau.
00:02:50: Und woher kommt die Liebe zur Wagner?
00:02:53: Das ist sehr schwierig zu sagen.
00:02:55: Also ich habe eigentlich sehr spät erst angefangen überhaupt in die Oper zu gehen, weil wo ich herkomme gibt es... Definiere
00:03:02: spät?
00:03:03: Im Studium!
00:03:04: Ah so okay!
00:03:05: Ja also ich war als Kind auch schon in der Oper und dann fand das immer wahnsinnig langweilig.
00:03:09: Ich hab mich aber auch nie intensiver damit befasst.
00:03:15: unter Anführungszeichen klassische Musik zu hören, aber gar nicht so viel im Opernbereich.
00:03:20: Und dann während des Studiums bin ich in den Oper gegangen.
00:03:24: die erste Wagenoper, die ich gesehen habe war das Rheingold und ich fand es so mitreißend dass ich gedacht hab jetzt gehe ich wie jede wagenvorstellende Bibel nur anschauen kann.
00:03:37: seitdem ist diese Leidenschaft da.
00:03:42: Grundsätzlich ist mein Interesse relativ breit gefächert im Musiktheaterbereich.
00:03:46: Aber da mag ich es schon ganz gern, deswegen habe ich meinen Master auch in Bayreuth gemacht, weil ich mir dachte, da ist man wirklich ganz nahe an der Wagnerforschung auch dran und natürlich bei den Bayreutherfest spielen.
00:04:02: Das war schon auch mit Ausschlaggebend für die Entscheidung, dass sich dann mein Studium in Barreuth fortsetzt.
00:04:08: Und hast du auch über Wagner geschrieben deinen Master?
00:04:11: Ich habe tatsächlich nicht über Wagner geschrieben.
00:04:15: Was anderes geschrieben, was nämlich auch ganz interessant finde... Also für mich ist eigentlich immer interessant wo es die Schnittstelle zwischen Theater und Gesellschaft.
00:04:23: Und ich hab meine Masterarbeit geschrieben über die musikalische Musiktheatrale Verarbeitung einer Katastrophensituation, eine ganz spezifischen in Norditalien aus den Sechziger Jahren große Rezeptionsgeschichte im Theater, Musiktheater und in der Musik.
00:04:44: Und mich hat das sehr interessiert wie es sozusagen dazu geführt hat dass eine Art Erinnerungskultur entsteht wie die sich über die Jahrzehnte gewandelt hat Wie das ja sozusagen mitformt wie die Menschen darüber sprechen wie sie auch ihre Gemeinschaft und Gesellschaft heute empfinden weil das natürlich Also Erinnerungskultur ist natürlich ein ganz wichtiges
00:05:08: Thema.
00:05:08: Und ich fand das sehr schön an so einer relativ überschaubaden Gemeinschaft, das irgendwie festzumachen.
00:05:16: Da konnte man das sehr gut nachvollziehen.
00:05:19: Wow!
00:05:19: Ich denke sofort okay wir brauchen eine Chernobyl-Opa mit Geräuschen von jetzt dort und dann so footage von damals und dann neue Musik?
00:05:29: Ich verstehe ja... Das ist sehr interessant.
00:05:33: Von Bayreuth bist du wahrscheinlich nicht sofort nach Hagen gekommen.
00:05:37: Magst Du uns einmal ganz kurz mitnehmen, wo Deine Stationen vorher waren?
00:05:40: Also ich habe noch während meines Studiums wie man das so macht wenn man am Theater arbeiten möchte natürlich angefangen zu hospitieren.
00:05:50: Sowohl in meiner Heimat, wo vor allem Schauspiel gemacht wird also im Brutzen als auch an der Semperupper war Ich.
00:05:58: Dann kam Corona genau in der Zeit, wo ich mein Studium abgeschlossen habe.
00:06:04: Und ja dann hatte ich das Glück eigentlich in der Coronazeit am Salzburger Landes Theater anzustellen als Musiktheaterdramatur und dort war ich dann drei Spielzeiten lang.
00:06:22: Woran arbeitest du gerade im Moment?
00:06:24: Also für alle Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn ihr das hört.
00:06:28: Dann ist es hier schon Vergangenheit wie eigentlich alles was es gibt.
00:06:33: also genau wir befinden uns jetzt so mittel am ende der spielzeit Und unser podcast geht ja ums ganz am Ende aber mich interessiert trotzdem woran Du grade
00:06:43: arbeitst.
00:06:43: Ja die letzte große Premiere für mich ist ja gerade rund diese Spielzeit mit Salome.
00:06:49: Das heißt jetzt richtig Im Musiktheater schon mal den Blick auf die nächste Spielzeit.
00:06:53: Wir fangen jetzt dann bald mit den Vorproben für Ich Ich Ich an, für die zeitgenössische Oper, die unsere erste Premiere sein wird.
00:07:01: Das ist eine Produktion, die übernehmen wir vom Stadttheater Gießen.
00:07:05: Deswegen steht als Produktion schon.
00:07:08: aber für uns und für das halbe Ensemble in der Oper sind nämlich zwei mit Leuten von uns drin, Nikitike und Anton Kousenok.
00:07:17: Ist das alles neu?
00:07:18: Und natürlich dann auch schon für Cavalier Pagliacci!
00:07:21: Und es gibt noch einige Veranstaltungen die jetzt Ende der Spielzeit kommen, die auch geplant und betreut werden müssen.
00:07:28: Insbesondere das grande Finale wo wir jetzt gerade ist eher an der Planung.
00:07:37: sozusagen wirklich der große Abschluss der Spielzeit.
00:07:40: Ich meine, das ist eine der letzten wirklich großen Veranstaltungen abgesehen natürlich vom normalen Spielplan.
00:07:47: Was ist denn das Besondere am Grande Finale?
00:07:50: Ich finde das Grande Finale... Das ist ja das ehemals was sich hier Ringbohngala genannt hat.
00:07:57: Erstens ist es nochmal die Möglichkeit für das Haus sich zu präsentieren weil wir wirklich versuchen viele viele Menschen aus dem Ensemble mit zu involvieren, also sowohl das Orchester als auch den Chor als eben auch die Solisten und Solisten.
00:08:11: Und natürlich die Ballettcompany.
00:08:14: aber wir holen immer auch Gäste von außerhalb dazu und ich glaube es bringt auch nochmal ganz interessante Farbtupfer rein.
00:08:22: und es ist immer spannend so eine Veranstaltung zu haben wo man Vielleicht, wenn man hier aus Hagen ist und öfter im Theater das bekannte Gesicht sieht.
00:08:32: Aber eben auch welche, die man vielleicht noch nicht gesehen hat oder nur von anderswo
00:08:35: kennt?
00:08:36: Und die Regenbogengala, die hat ja auch einen bestimmten Hintergrund.
00:08:42: Vielleicht für Leute, die noch nicht da waren, kannst du uns so ganz kurz umreißen seit wanns die gibt und warum es die überhaupt geben muss,
00:08:49: vielleicht.
00:08:50: Genau also die Geschichte der Regen-Bogengale an sich reicht schon relativ weit zurück.
00:08:55: Das war ursprünglich mal So meint ich, das war eine reine Ballettgala.
00:09:01: Aber eben immer schon eine Benefizgala und wir unterstützen da.
00:09:07: seit über zehn Jahre gibt es sozusagen dieses Konstrukt mit Musik, Theater und Ballett.
00:09:13: Unterstützen wir immer sowohl die Aid-Hilfe Hagen als auch Lutters Waschsalon, so leicht auszusprechen, die hier vor allem für wohnungslose Personen in der Stadt sehr viel Hilfe leisten.
00:09:29: Das sind zwei Organisationen, die glaube ich hier für die Stadtgesellschaft auch sehr wichtig sind.
00:09:34: Und ich finde das immer sehr schön wenn als Theater unseren Plattformen, die ja verhältnismäßig groß ist.
00:09:42: Dafür nutzen Institutionen und in dem Fall gemeinnützige Vereine unterstützen zu
00:09:48: können damit?
00:09:50: Ja genau!
00:09:50: Und auch gerade so die AIDS-Hilfe.
00:09:52: ich glaube das tritt zwar manchmal ein bisschen in den Hintergrund weil es eine Pandemie vor vielen Jahren ist aber sie ist natürlich ja noch nicht komplett ausgerottet und man braucht wirklich viele Ehrenamtliche und lokale Akteurinnen und Akteure, um auch Jugendlichen immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.
00:10:10: So wenn man sich auf eine bestimmte Weise verhält dann läuft man immer noch Gefahr diese Erkrankung einzubekommen.
00:10:17: Es ist ja ein großes Tabuthema Und ich glaube es ist total wichtig da auch ne Anlaufstelle zu haben wo man weiß Dann wird man offen und freundlich beraten.
00:10:29: Da gibt's keine Vorurteile.
00:10:32: Ich glaube viele viele Menschen Berührungsängste sich dann selbst zu informieren oder damit auseinanderzusetzen.
00:10:39: Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man da eine Anlaufstelle hat um wirklich offen darüber
00:10:43: sprechen zu
00:10:43: können.".
00:10:45: So, das war der Reinigungsdienst, der Hagen sauber hält.
00:10:49: Noch mal zurück zum Programm von vom Grande Finale.
00:10:54: Wir fangen von außen an und bearbeiten sozusagen und arbeiten uns ins Innerein.
00:10:58: Wer ist denn eingeladen dieses Jahr?
00:11:00: Wer kommt denn dazu?
00:11:02: Dieses Jahr haben wir tatsächlich Sehr, sehr viele Gäste.
00:11:05: Das hat sich eigentlich eher zufällig ergeben und so ist nach und nach immer mal jemand dazugekommen... Ich fang mal beim Ballett
00:11:14: an!
00:11:15: Weil ich finde es ganz schön dass wir dieses Jahr wieder zwei Ballett-Kompanien von außerhalb haben bzw.
00:11:25: einzelne Tänzerinnen aus den Kompanien vom Außerhalb haben die zu uns kommen und Ausschnitte wie ich finde, sehr spannende Programme präsentieren.
00:11:36: Nämlich Tanzbielefeld
00:11:38: kommt
00:11:38: vorbei und das Alto Ballettessen.
00:11:42: Wow cool!
00:11:43: Und
00:11:43: natürlich wird auch
00:11:44: unsere eigene Ballettkompanie
00:11:45: in den Ausschnitt aus unserer Arbeiten hier zeigen.
00:11:49: Das find' ich schon mal ganz schön.
00:11:52: Dann haben wir noch zwei Gäste jetzt im Musiktheater die lustigerweise Beide eine Verbindung zur Metropolitan
00:12:04: Opera haben.
00:12:06: Hagen, New
00:12:07: York?
00:12:07: Ich meine was ist der Unterschied?
00:12:09: Ja also die Verbindung ist ja offensichtlich.
00:12:15: Also Nils Wanderer kommt das ist ein Countertenor Ein international Tätiger Der dort jetzt gerade nicht jetzt gerade in dem Moment, wenn wir aufnehmen.
00:12:27: Ich glaube übermorgen hat er seine letzte Vorstellung an der Metropolitan Opera.
00:12:33: und was ich an dem ganz spannend finde ist dass das der total crossover-mäßig unterwegs ist.
00:12:40: also wenn man den googelt gerne auch mal googeln findet man ganz ganz spannende Bilder wo man sich denkt wow so eine schillernde Figur Der ist so ein bisschen emokormäßig angehaucht und der macht auch immer so crossover-Programme, wo er wirklich dann natürlich als Countertenor viel barock singt.
00:13:01: Aber dann eben mal Lady Gaga oder irgendeinem Emokorsong und er bringt natürlich auch ein bisschen dieses Repertoire mit zum Grande Finale, was ich super super spannend finde und der ist auch einfach so auf der Bühne eine wahnsinnig tolle Erscheinung.
00:13:17: Und dann kommt ein hier in Hagen schon sehr bekanntes Gesicht, nämlich an Kathrin Niemczyk auch wieder zurück.
00:13:26: Wer im siebten Symphoniekonzert war kennt Sie ja schon?
00:13:29: Die hat dort die sieben letzten Lieder von Richard Strauss gesungen und... Und
00:13:35: auch ein Podcast mit uns aufgenommen.
00:13:36: also falls ihr euch einstimmen wollt könnt ihr auch den hören.
00:13:40: genau Auf jeden Fall.
00:13:41: Und sie ist ja gebürtige Hagenerin und ist über das Linemen Stipendium auch an die Met gekommen, und die ist wahnsinnig viel unterwegs.
00:13:51: also wenn ich richtig informiert bin ist sie am Tag vor dem grande Finale in Tokio und reißt dann an hat sich bereit erklärt wirklich nach der langen Rückreise hier noch Was darf
00:14:04: zu bieten auf der Bühne?
00:14:05: Cool, das ist wie als die Foo Fighters den Gitaristen gewechselt haben und bei MTV gespielt haben.
00:14:12: Der kam auch direkt aus Tokyo auf die Bühnen.
00:14:14: also wir sind in guter Gesellschaft hier.
00:14:21: Und wie kann ich mir so das Programm vorstellen?
00:14:23: du hast jetzt schon gesagt auch so poppigere Sachen.
00:14:26: Das heißt es ist tatsächlich auch für alle was dabei.
00:14:29: Es ist ein total buntes Programm und das finde ich eben das Besondere an einem grande Finale.
00:14:34: Also wir haben wirklich, da dass wir auch so unterschiedliche Personen dabei haben, haben wir wirklich das klassische Opernprogramm sozusagen bedient aber auch jetzt mit nix war anderer einen starken Barock einschlag der glaube ich auch noch mal eine ganz andere Farbe mit reinbringt, aber auch das Crossover-Programm.
00:14:57: Wir haben natürlich ein bisschen Musical dabei dass er bei uns auch zum Kernprogramm gehört.
00:15:04: wir haben ganz unterschiedliche Tanzsprachen, Choreografie, Handschriften im Ballett und natürlich auch immer eine poppige Schlussnummer
00:15:16: wie es
00:15:16: sich gehört für das grande Finale zwischen Traditionen.
00:15:21: Du kommst wahrscheinlich eh gleich drauf zu sprechen, aber ich greif dir einfach mal vor.
00:15:25: Ich finde ganz besonders wir haben dieses Mal eine Drag Queen als Moderatorin eingeladen mit Foxy Bless.
00:15:37: Da freu ich
00:15:37: mich besonders
00:15:38: darauf.
00:15:40: Normalerweise haben wir ja die Moderation immer vom Haus übernommen und wir dachten uns dieses Mal wollen wir jetzt wirklich... wirklich was ganz besonderes bieten und es war uns eben auch wichtig, wirklich diese komplette Bandbreite an verschiedenen Aesthetik in den Wagen zu bringen.
00:15:56: Ich finde Drag ist eine unfassbar zeitgemäße und spannende Kunstform mit auch in der inzwischen schon langen Traditionen die sehr interessant sind.
00:16:06: und wenn wir schon mal in der Nähe also des Foxybless kommt das Essen so eine Drag Queen haben sich auch, glaube ich wirklich sehr für die Vermittlung dieser Kunstform einsetzt.
00:16:19: Dann finde ich es eigentlich ein Muss, die mal zu uns einzuladen.
00:16:25: Total!
00:16:26: Ja und ich denke also erstens ist ja auch Tänzer aber ich glaube auch dass da was du sagst mit dem Abbilden der Bandbreite auch von verschiedenen Einflüssen am Ende tagtäglich ja auch in unserer Arbeit nutzen.
00:16:44: Das finde ich schon auch ganz spannend, dann bei so Nagala auch noch mal zu sagen, guck mal.
00:16:48: das ist sozusagen der eklektische Pool aus dem wir für unsere Kunst immer wieder Rückgriffe machen.
00:16:59: Als kleine Anekdote.
00:17:01: Wir hatten dieses Spiel seit die Platéproduktion und der Choreograph Giovanni di Domenico hat sich an ganz verschiedene Zielrichtungen orientiert.
00:17:13: Und dann gibt es diesen Auftritt von La Folie im zweiten Akt, wo die Tänzer alle wogen und der Vogue als Tanz ist etwas was extrem in der amerikanischen, also eigentlich aus der amerkanischen Drag-Scene, aus dem Ballroom-ScENE heraus entstanden ist.
00:17:29: Das war ganz spannend.
00:17:30: ich habe das immer erwähnt.
00:17:33: Menschen kannten den Begriff geraten, jetzt sind dann danach auf mich zugekommen und haben danach gefragt was das denn ist und woher das kommt und wie es denn aussieht.
00:17:40: Und das ist genau das, was du sagst.
00:17:43: Das sind alle diese Facetten die spielen natürlich alle in das rein, was wir tagtäglich machen.
00:17:49: auch wenn wir dann für uns eine klassische Oper machen, dann nehmen wir auch Inspiration von diesen zeitgenössischen Kunstperspektiv.
00:17:59: Ja, genau!
00:18:01: Und gerade auch wenn es eben um Wohnungslosigkeit und HIV-Aids geht ist das irgendwie auch so krass zu denken.
00:18:10: Das sind ja Überlebensstrategien.
00:18:13: sowohl Drag als auch Vogue-ing kommt im Ballroom, kommt ja aus Überlebungsstrategien gerade.
00:18:20: Auch aus dem New York der Achtziger Jahre wo einfach die Menschen sich zusammengetan haben, die ja auch von ihren Familien oft verstoßen wurden weil sie eben entweder homosexuell oder transpersonen sind oder eben einfach nur drag queens.
00:18:33: also es gibt ja auch heterosexuelle Drag Queens oder Drag Kings und das finde ich auch ganz spannend zu sagen.
00:18:40: unterschwellig ist es so auch die Musik oder der Tanz und das Verkleiden, was über Lebensstrategien ermöglicht in einer Welt, in der man eben nicht so sein darf wie man sein will.
00:18:54: Und dass dann auch beim Grand Finale abzubilden finde ich auch einen schönen ja hoffnungsvollen Ansatz eigentlich.
00:19:02: Ja auf jeden Fall!
00:19:02: Und es ist ja, finde ich, auch liegt damit im Auftrag eines Stadttheaters wirklich ein... Raum für alle zu sein.
00:19:14: Und gerade für Personen, wie du es gerade angesprochen haben die sich vielleicht in ihrem privaten Umfeld nicht so ausleben können wie sie möchten also wirklich total eingeschränkt sind muss man eben auch bestimmte Safe Spaces schaffen und ich finde es total schön.
00:19:33: Also es ist natürlich immer das höhere Ziel, dass es einem als Theater gelingt auch einen wirklichen Safe Space für alle zu sein.
00:19:39: Und man muss dann im Programm das auch abbilden weil wir kommunizieren ja das wofür wir stehen nach außen hin mit unserem Programm und wir wollen inklusiv sein, wir wollen Safe Space Für Alle sein Wir wollen alle einladen zu uns.
00:20:00: so eine Veranstaltung wie das Grande Finale natürlich prädestiniert dafür, dass zu zeigen.
00:20:06: Ja und es ist auch ein guter Feier für all die Arbeit, die dann nach so einer Spielzeit auch geleistet wurde oder?
00:20:12: Total!
00:20:13: Also das ist ja immer so ein Spielzeitende.
00:20:18: Dem wohnt eben ein Zauberende.
00:20:20: sozusagen.
00:20:21: nicht jedem Anfang, aber auch jedem Ende wohnt ein Zaurinne.
00:20:27: Eine Spielzeit kann schon ganz schön anstrengend sein.
00:20:30: Für alle die ab der Arte arbeiten, insbesondere also hinter der Bühne auf der Bähne egal wo und ich finde diese letzten Wochen in der Spielzeit bringen immer noch mal so eine ganz besondere Energie mit.
00:20:44: man hat immer das Gefühl man blickt auch nochmal Gedanklich auf das zurück, was man in den letzten zehn Monaten erreicht hat.
00:20:52: Und wir haben ja wirklich viel erreicht in den vergangenen zehn Monaten und nimmt diese ganze Energie gemeinsam mit dem Publikum.
00:21:00: Weil alles was wir erreichen machen wir auch nur gemeinsam mit der Publikums.
00:21:03: Ohne die PublikUM gibt es kein Theater!
00:21:07: Das nimmt man so richtig mit und das ist total schön an einem solchen Abend.
00:21:12: Man kennt ja auch... die Menschen, die uns regelmäßig besuchen.
00:21:16: Die kennt man auch und das ist auch schön mit denen nochmal so richtig in den Sommer einzufayern wenn wir...
00:21:23: Hast du noch irgendwelche ganz wichtigen Informationen über das gerade Finale, die du jetzt noch loswerden willst?
00:21:29: oder kann ich dir noch zwei drei so ganz kurze Fragen stellen zum Ende unseres
00:21:32: Podcasts?
00:21:37: Ich
00:21:45: darf ja sagen, um mit den Karten zu kaufen.
00:21:47: Das ist gar nicht für den Eigenzug.
00:21:48: Es ist eine Benefit
00:21:49: zur Veranstaltung.
00:21:52: Genau!
00:21:53: Mit jeder Karte wird bekommen diese beiden Organisationen dann nämlich
00:21:57: Geld.
00:21:58: Genau.
00:22:00: Das finde ich auch noch mal wichtig zu sagen, dass es eine Benefitsveranstaltung ist wo eben Wir uns alle nicht bereichern und nicht irgendwelche Künstlerinnen, Horende Summen an Honorar bekommen.
00:22:13: Sondern dass es wirklich für einen guten Zweck ist.
00:22:17: Genau!
00:22:17: Kurze Frage noch an dich als leitender Dramaturk hier.
00:22:22: Bist du eher Team Chaos oder Team Perfektion?
00:22:28: Ich glaube am Theater gibt's keine Perfekzion.
00:22:31: Also das ist es für mich eigentlich... Ich weiß nicht, ob ich mich selbst als Team Chaos identifizieren würde.
00:22:40: Also jetzt wenn du mir die Frage so stellst ist für mich eigentlich ganz klar Perfektion gibt es am Theater
00:22:46: nicht.
00:22:49: Es ist Live-Kunst.
00:22:52: Jede Vorstellung ist anders und in jeder Vorstellung passieren andere schöne Überraschungen.
00:22:59: Bob Ross sagt immer happy little accident.
00:23:04: Welche Eiscreme-Sorte ist du am ließen?
00:23:09: Das hängt davon ab, wie ich gerade drauf bin.
00:23:13: Also ich mag gern entweder sehr zart bitter Schokolade oder manchmal habe ich Lust auf was Fruchtiges.
00:23:23: dann gehe ich meistens in Richtung either Mango oder Himbeer.
00:23:27: Okay, Mango und Himbeers sind aber schon ein bisschen auseinander!
00:23:31: Also es ist gefühlsabhängig.
00:23:33: Ich verstehe, okay.
00:23:34: Mood Ice Cream!
00:23:36: Was bringt dich zum Lachen?
00:23:38: Was bringt mich zum Lache?
00:23:43: Ich glaube eigentlich lache relativ viel.
00:23:49: Mich bringt's eigentlich zum Lach und wenn andere Menschen lachen...
00:23:52: Das ist sehr gut.
00:23:53: ...ich lasse mich gerne anstecken.
00:23:54: Sehr
00:23:54: gut.
00:23:55: Und das ist ein bisschen.
00:24:02: eine Kollegin von mir hat mal gesagt ja Dramatogen und Dramaturgenen, das sind ja nichts anderes als Theaterpsychologinnen.
00:24:09: Das ist ein bisschen Wahrheit dran.
00:24:12: also es hilft auch immer zu lachen wenn mal die Situation sehr angespannt ist auf eine Probe oder so.
00:24:18: Es ist auch dann schön wenn man's schafft die Stimmung ein bisschen aufzulackern.
00:24:22: Sehr gut!
00:24:24: Genau wir sind jetzt schon am Ende des Podcasts.
00:24:26: aber eine letzte Frage habe ich noch weil ich dass auch eigentlich fast alle frage in diesem podcast und zwar wenn du eine Sache permanent ändern könntest in dieser Welt?
00:24:35: Was wäre das?
00:24:40: Also du hättest jetzt die Chance, eine Sache für
00:24:42: immer zu verändern.
00:24:50: Ich finde das Wichtigste was zu enden wäre ist eigentlich die Verteilung von Besitz und Reichtum.
00:24:59: Also den gleichmäßiger der Verteidigung von Besitzer und Reichdom.
00:25:02: Das wäre das Allerwichtigste!
00:25:05: Sehr gut.
00:25:07: Also vielleicht, wenn wir jetzt gleich hier aufhören und rausgehen hat sich das schon erfüllt.
00:25:12: Aber
00:25:13: leider ist meine Podcast Macht es beschränkt.
00:25:16: aber vielen Dank Thomas!
00:25:17: Und ich freue mich sehr auf das grande Finale.
00:25:20: Ich mich auch.
00:25:21: Vielen dank dir.
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